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Archiv - Seite 4

Ammoniak im Kanton Luzern

Die unzähligen Luzerner Schweine sind für den hohen Ammoniakgehalt im Kanton Luzern verantwortlich. Trotzdem will der zuständige Regierungsrat die Bestände unangetastet lassen resp. nicht einmal einen Zuwachsstopp garantieren.

Ab 2010 sollen Neu- und Ausbauten 20 Prozent weniger Ammoniakausstoss aufweisen. Als Lösungsansatz werden geschlossene Ställe in Betracht gezogen, was einer eklatanten Verschlechterung des Tierwohls gleichkommt. Gerade Schweine, die tierschutzrechtlich ansonsten schon zu den ausgebeutetsten Tieren gehören, sollen somit allesamt völlig legal hinter Tierfabriksmauern verschwinden - nicht einmal mehr die vereinzelt sichtbaren minimen Betonausläufe sollen ihnen vergönnt sein. Schon lange fragen wir: wo sind sie, die 426'000 Luzerner Schweine, warum sieht man sie nie?

Gerade sie, die sie über einen ausgeprägten Geruchssinn verfügen, müssen  in ihren eigenen Exkrementen und in ammoniakgeschwängerter Luft dahinvegetieren.

Nein, so geht das nicht. Eine effektive Ammoniakverringerung ist allein durch eine Reduktion des Tierbestandes zu erreichen. Weniger Fleisch essen hilft.

 


Kastration - Pro Schwein

Die Bemühungen des seit 2004 laufenden Projektes ProSchwein zeigen, wie heikel Lösungsansätze sind, die dem Tierwohl und der Wirtschaftlichkeit Rechnung tragen wollen. Es bleibt stets ein Kompromiss - nur dass es auf der einen Seite ganz klar um die physische und psychische Integrität geht und auf der anderen um den reinen Wohlstand.

 

Aktuell kommen auch in diesem Forschungsbereich die ernst zu nehmenden ökologischen Auswirkungen, stete Begleiterscheinungen der modernen Landwirtschaft, hinzu.

Zu den Bemühungen von ProSchwein im Bereich "schmerzfreie Ferkelkastration" hier >

Zur Diskussion in der EU hier >

Grundsätzliche Gedanken zur Kastration der Arbeitsgemein- schaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. hier >

 


Gesunde Milch?

Die Milch ist wieder in aller Munde. Die schwierigen Diskussionen um die Milchpreise, den Ausstieg aus der Milchkontingentierung und den Marktstützungsabbau werfen viele Fragen auf. Dem Durchschnittskonsumenten ist es praktisch unmöglich, sich in diesem Zahlen-Dschungel eine Übersicht zu verschaffen und sich dadurch eine objektive Meinung zu bilden.

 

Für den Konsumenten verständlicher und wichtiger ist die Werbung: Milch macht stark und ist gesund. Nicht wenige Ernährungsberater zählen Milchprodukte ebenfalls zu den wichtigsten Bestandteilen einer ausgewogenen Ernährung. Die müssen es ja wissen, könnte man denken. Aber sehen wir doch einmal genauer hin:

Jedes Säugetier produziert Milch speziell für die Bedürfnisse seiner Neugeborenen. So produziert die Kuh Milch, um ihrem Kalb mit einem Geburtsgewicht von ca. 40 kg einen möglichst guten Start in ein Leben zu geben, das später einmal rund 600 kg oder mehr wiegen soll. Die so genannte "Biestmilch", die dem Kalb unmittelbar nach der Geburt zur Verfügung steht, enthält lebenswichtige Vitamine und Antikörper als "Startpaket" für das Kalb. Danach verändert sich die Zusammensetzung der Milch. Sie dient dem Jungtier nun als Nahrung, nicht etwa als Wasserersatz, Wasser wird zusätzlich benötigt. Im Laufe der Wochen und Monate ändert sich die Nahrung des mittlerweile jungen Rindes, es trinkt immer seltener Milch und ernährt sich zunehmend von Gras. Greift der Mensch nicht ein, so produziert die Kuh so lange Milch, wie das Kalb säugt und sie benötigt. Durch das gezielte Melken in der landwirtschaftlichen Industrie wird die Milchproduktion künstlich aufrechterhalten, während dem Kalb bereits nach der ersten Woche die reine Muttermilch verweigert und ihm stattdessen ein Milchpulvergemisch zur Verfügung gestellt wird. Die logische Konsequenz ist die enorm frühe Trennung von Mutter und Kind, meist bereits ein paar Stunden nach der Geburt, manchmal gar unmittelbar danach, obwohl das Ablecken des Kalbes durch die Mutter nicht nur für das Tierwohl, sondern auch für die Gesundheit des Jungtieres von Bedeutung ist (Anregen des Blutkreislaufes).

 

Milch kann also als eine Art "Kraftfutter" für heranwachsende Kälber angesehen werden. Ist es nun nicht seltsam, wenn diese Nahrung für Menschen verwendet wird, deren Anatomie, Gewicht, Körperbau, aber auch Ernährungsweise völlig anders gelagert ist? Gewiss, die Milch enthält viele Vitamine, die für eine Kuh sehr wichtig sind und einem Menschen wohl auch nicht schaden. Aber wir alle wissen, dass ausnahmslos alle Dinge dieser Welt für den Menschen nur in gesundem Mass verträglich sind. Äpfel beispielsweise sind sehr gesund, dennoch kann man sich mit ein paar Äpfeln zuviel leicht den Magen verderben.

Die Milchwirtschaft scheint jedoch keine Grenzen zu kennen. Vom Z'morge bis zum Z'nacht: überall werden Milchprodukte empfohlen und – schlimmer noch – Milchbestandteile 'eingeschmuggelt'. Kaum ein Produkt ohne Milchbestandteile, und zwar nicht, weil es ohne nicht ginge, sondern zumeist aus politischen und wirtschaftlichen Überlegungen.

 

Vor dem grossen BSE-Skandal enthielten viele Produkte Gelatine. "Wir können nicht darauf verzichten", hiess es von Produzentenseite. Innerhalb eines Jahres wurden auf einmal Ersatzstoffe gefunden oder die Gelatine wurde ganz einfach ersatzlos gestrichen, bei unveränderter Konsistenz und Geschmack des Endprodukts.

 

Fakt ist, dass es angesichts der enormen Menge an Milchbestandteilen, die dem Konsumenten täglich untergejubelt werden, nicht erstaunt, wenn immer mehr Menschen Beschwerden insbesondere im Magen-Darm-Bereich entwickeln. Milch ist weder für Menschen gemacht noch in diesen immensen Mengen für Menschen verträglich.

Demgegenüber steht natürlich der politische Hintergrund: das Milchland Schweiz. In der Tat gehört die Milchproduktion in der Schweiz traditionell zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Aber bei allem Respekt: muss uns das die Gesundheit kosten?

 


 

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Betrieb in Buttisholz, 2007

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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